Tirol

28. Juni 2011

Eine der schönsten Regionen in den Alpen ist ohne Frage Tirol. Tirol ist gleichzeitig ein Bundesland der Republik Österreich. Ursprünglich ein einheitliches Gebiet von Österreich-Ungarn wurde Tirol nach dem ersten Weltkrieg geteilt und das heutige Südtirol mit dem Trentino Italien zugesprochen. Lange gab es darum noch politische Auseinandersetzungen und in Südtirol wird auch heute noch deutsch gesprochen. Natürlich ist Tirol landschaftlich von den Alpen geprägt. Die höchsten Berge Tirols reichen knapp an die 4000 m – Marke heran. Die Entwässerung der Region übernehmen die Flüsse Drau, Lech und der Inn, die ihre Wassermassen in die Donau ableiten.Im Norden grenzt Tirol an Bayern, im Westen an das Bundesland Vorarlberg und den Schweizer Kanton Graubünden, im Osten an die beiden Bundesländer Kärnten und Salzburg, die Lombardei grenzt im Südwesten an Tirol und im Südosten Venetien.

Das Gebiet des heutigen Tirol ist schon seit Jahrtausenden besiedelt. Schon sehr früh wurde hier Bergbau betrieben. Vor allem der Abbau von Kupfer führte schon zeitig zu einem florierenden Handel. Das Handelsnetz reichte von der Nordsee bis zum Mittelmeer. Das Gebiet wurde in der Zeit der alten Römer von den Feldherren Tiberius und Drusus erobert. Tirol profitierte allerdings auch durch die römische Besatzung, denn man war nun an das europaweite Handelsnetz des römischen Reiches angeschlossen, das sogar bis nach Afrika und Kleinasien reichte. Im Mittelalter war der größte Teil Tirols Bestandteil des Herzogtums Bayern bis Tirol dann nach dem Tiroler Volksaufstand an das Habsburger Reich fiel.

Einen der wichtigsten Wirtschaftszweige im heutigen Tirol stellt der Tourismus dar. Die Region ist ein sehr wohlhabendes Gebiet. Im Sommer bietet die wunderschöne Natur Wanderern und Bergsteigern ein einzigartiges Betätigungsfeld. Bergtouren in Oberbayern, Tirol und Südtirol gelten als besonders empfehlenswert. Im Winter sind die sehr zahlreichen Skigebiete ein Magnet für alle Wintersportler, speziell alpine Disziplinen werden hier betrieben und es nimmt nicht Wunder, dass Tirol immer wieder alpine Spitzensportler der Weltklasse hervorbringt. Die Ski werden den Kinder förmlich mit in die Wiege gelegt und ein Tiroler Kind, was mit 3 Jahren noch nicht auf Skiern steht, ist eher die Ausnahme. Innsbruck ist mit knapp 120 000 Einwohnern die größte und wohl auch bekannteste Stadt Tirols.

Eine Bergwanderung

04. März 2011

Ich fuhr eine langjährige Freundin besuchen. Wir hatten uns nach der Wende aus den Augen verloren und wir waren wohl beide überrascht, als wir uns bei Facebook plötzlich wiederbegegneten. Sie hieß noch so wie früher, hatte also seitdem noch nicht geheiratet. Wollte sie wohl auch nicht und würde wohl auch so richtig nicht zu ihr passen. Jedenfalls machte ich mich von Krefeld aus quer durch Nordrhein-Westfahlenund und Hessen bis in den Freistaat Bayern hinein mit meinem Golf auf den Weg. Die Landeshauptstadt München war auf dem Autobahnring schnell umrundet und weiter ging es südwärts, bis ich im kleinen netten Ort Geretsried ankam. Und da war ich auch schon mitten in Oberbayern am Rande der Alpen. Nachdem wir ausgiebig unser Wiedersehen gefeiert und gar viele Stunden über die Vergangenheit geplaudert hatten, wollten wir am nächsten Tag wandern gehen. Meine Freundin war schon von jeher ein Fan der Berge und so wunderte es mich auch nicht, dass es sie in diese Gegend verschlagen hatte.

Anderntags fuhren wir wiederum einige Kilometer gen Süden. Die Berge wurden höher und wir parkten auf einem Rastplatz, um von hier aus unsere Wanderung zu beginnen. Wir hatten uns die passende Kleidung und das geeignete Schuhwerk angezogen und von nun an ging es nur bergauf. Anfangs war unser Weg, offensichtlich ein ausgefahrener Waldwirtschaftsweg, von dichtem Baumbewuchs umstanden, der sich, je höher wir kamen, deutlich lichtete. Unser Aufstieg dauerte etwa drei Stunden, bis wir auf einer mit dichtem Graswuchs versehenen Alm ankamen. Auf dieser stand doch tatsächlich eine unbewohnte Berghütte. Ich kam mir vor wie in einem Louis-Trenker-Film, aber es war Realität. Die Alm war nicht nur von saftigem Gras bewachsen, sondern auch von allerlei Blumen. Alles so wie auf Postkarten, fast unwirklich. Die Aussicht war unbeschreiblich. Linker Hand türmten sich die Berge von Garmisch-Parthenkirchen auf und rechter Hand fiel eine Schlucht steil ab, um dann mit einem karstigen Hang jäh wieder aufzusteigen.

Wir genossen das Panorama, die frische Luft und den Proviant, den wir mitgenommen hatten. Nach zwei Stunden machten wir uns wieder an den Abstieg, der klar weniger anstrengend war. Am Fuße des Berges angekommen, schmerzten die Füße aber dennoch. Wir kühlten diese in einem vorbei fließenden Bach, der allerdings trotz des Sommers so kalt war, dass ich es nur sekundenlang aushielt. So schneidend empfand ich die Kälte des Wassers an meinen Füßen. Wir hatten eine wunderschöne Bergwanderung unternommen und jetzt verstand ich auch, warum meine Freundin die Berge so liebte.